Andere Farm – Andere Jobs

Nun sind wir auf unserer zweiten Merino-Farmen und verbringen unsere Zeit mit Farmer Will, seiner Frau Nina und den Kindern Alice, Percy und Dougal. Und natürlich mit 9000 Schafen, um die sich gekümmert werden muss. Aber andere Farm, andere Aufgaben und wir werden mit viel Neuem konfrontiert. Da nun die Fliegensaison beginnt gibt es viel zu tun!

Die Fliegen legen ihre Eier in die Wolle, was für die Schafe sehr gefährlich ist und bis zum Tode führen kann. Um die Schafe vor den „Blowflies“ und damit einer ernsten Gefahr zu schützen wird jede Herde einzeln zusammengetrieben und mit einem Schutz gegen ebenjene Fliegen ausgestattet, was wir euch nun genauer erklären wollen:

Die Fliegen legen ihre Eier vornehmlich in die warmen und eher dreckigen Hautfalten um den Schwanz und den Hintern der Schafe, da die schlüpfenden Maden dort optimale Nahrungsbedingungen vorfinden und sich immer weiter in die Haut des Schafs bohren können, was dann eben zum Tode des Schafes führen kann.

Hier könnt ihr die Hautfalten aus der Nähe sehen!

Hier könnt ihr die Hautfalten aus der Nähe sehen!

Um die Schafe vor diesem Schicksal zu schützen werden sie „gejetted“. Bei diesem Vorgang werden die Schafe in einen engen Korridor getrieben um an jedes Schaf perfekt heranzukommen. Beim eigentlichen „jetten“ wird dann eine in Wasser gelöste Flüssigkeit auf die Problemzonen in die Hautfalten gespritzt, welche die Fliegen für etwa 12 Wochen von den Schafen fernhält. Das ist manchmal gar nicht so einfach da es den Schafen so gar nicht passt nass gespritzt zu werden, wie ihr euch denken könnt. Den ein oder anderen Kopfstoß oder Tritt muss man daher schon einstecken 😉

Nach der Prozedur werden die Schafe wieder in ihr angestammtes paddock zurückgetrieben und kommen erst wieder mit dem Menschen in Kontakt, wenn es Richtung Schur geht. Interessant daran ist, dass die Gefahr der Fliegenlarven durch Überzüchtung entstanden ist. Um immer mehr Wolle vom Schaf zu erhalten, wurden die Schafe mit den meisten Hautlappen und damit der meisten Wolle immer weiter gezüchtet ohne dabei die Gefahr des „flystrike“ zu beachten. Als dieser dann Überhand nahm, entgegnete man der Gefahr mit dem heute umstrittenen Mulesing. Heutzutage versucht man das Problem eben mit oben beschriebenem „Jetting“ und Rückzüchtung auf Schafe mit weniger Hautfalten in den Griff zu bekommen, was auch zunehmend gelingt. Ein guter Lösungsansatz also, der weiter verfolgt wird und gut für das Schaf und damit für das Endprodukt Wolle ist.

Tapetenwechsel – Goodbye Beaufront… Hello Ashby

Nach 5 tollen erlebnisreichen Wochen auf Beaufront sind wir nun auf die Ortofoxfarm schlecht hin, ASHBY, gezogen. Ein sehr leichtes Unterfangen, da beide Farmen Nachbarn sind und die Wiesen direkt aneinander angrenzen. Die Sachen waren schnell gepackt und nach 15min war unsere Reise auch schon wieder am Ziel. Die nächsten Wochen werden wir nun zusammen mit Will, Nina und deren Kindern Alice, Percy und Dougal verbringen. Es warten neue Schafe und somit auch neue Herausforderungen auf uns!

ashbyfarm_18.Nov13_08.42SONYSLT-A55V

Wer schonmal in die Welt von Ashby reinschnuppern möchte, sollte sich unbedingt auf der Ortovox-Website das Interview mit Will anschauen. Hier der Link: http://www.ortovox.de/faserwelt/merino-wool#interview

Tasmanien deine… Pflanzen!

Zum Farmlife gehört nicht nur die Arbeit mit den Tieren, sondern auch die Arbeit mit der Landschaft und den Pflanzen die heimisch sind. Die Vegetation in den MIdlands, wo wir uns gerade befinden, besteht hauptsächlich aus einer Mischung von Gras-und Buschflächen. Auf den Wiesen wachsen die verschiedensten Grasarten, so zum Beispiel das von den Farmern sehr geschätzte Känguru-Gras, das immer seltener wird.

 

In den Buschgebieten ist eine Baumart die absolut dominante: Eukalyptus und zwar überall! Die Wälder in den Farmgebieten bestehen fast ausschließlich aus diesen majestätischen Bäumen, die weit über 70 Jahre alt werden und hier mit vielen verschiedenen Unterarten heimisch sind. Mit ihrer weißen Rinde sind diese Bäume ein nicht gerade kleines Wahrzeichen der Insel. Die höchsten Eukalyptusbäume werden 100 Meter hoch und gehören damit zu den größten Pflanzen weltweit.

ut-tourteil2_27.Okt13_07.52SONYSLT-A55V-2

Für die Farmer ist es eine Herausforderung die richtige Balance zwischen Bewahrung der ursprünglichen Natur und Nutzung der Landschaft durch die Schafe zu finden. Um die frischen Setzlinge der Eukalyptusbäume zu schützen werden manche Farmbereiche über Jahrzehnte hinweg nicht von Schafen besiedelt. Durch geschicktes Bewegen der Schafherden in die verschiedenen „paddocks“, wie die Farmer ihre Wieseneinheiten nennen, wird eine Überbelastung des Bodens und der Pflanzen vermieden.

 

Eine Schaffarm zu betreiben, erfordert also nicht nur geschickten Umgang mit den Schafen, sondern auch genaue Kenntnis über Pflanzen und die heimische Vegetation!